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Windelfrei? So geht's! Lini Lindmayer

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Windelfrei? So geht's!
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im: tologo verlag
Seiten: 200
erschienen: 2009
ISBN: 978-3-940596-04-8
Preis: 14,90 EUR
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Leseprobe

"Der Anfang"

Ich werde oft gefragt, ob Neugeborene nicht noch zu klein wären für die Windelfreiheit, ob es ihnen in Windeln nicht "besser" gehe und ob sie nicht "ihre Ruhe"Bräuchten. Es erscheint mir unmöglich, dass sich ein Neugeborenes, das neun Monate uneingeschränkten Körperkontakt mit sich selbst, sowie mit der Mutter hatte, das seinen Körper vollkommen und ganz wahrnehmen, erfahren und spüren konnte, in Windeln wohl fühlt und dass es ihm darin besser gehen sollte als ohne Windeln. Die "Ruhe", die ein Säugling braucht, ist, den vertrauten Herzschlag von Mutter und Vater zu hören, und möglichst wenigen Reizen ausgesetzt zu sein. Das heißt, möglichst selten (am Besten gar nicht) mit lauten Geräuschen, grellem Licht und vielen Menschen konfrontiert zu werden.

Ein Baby kommt in der Erwartung seiner 100%igen Bedürfnisbefriedigung (Nahrung, Schlaf, Ausscheidung, Liebe/Nähe/Körperkontakt) und mit Liebe und Vertrauen in seine Umgebung auf die Welt. Um seine Bedürfnisse zu signalisieren, setzt es Laute und Signale ein in der Erwartung, dass diese auch erfüllt werden. Diese Erwartung ist instinktiv und sichert ihm das Überleben, denn ohne die schützenden Arme seiner Mutter, wäre ein Neugeborenes vor Jahrtausenden verloren gewesen. Bleibt die Erfüllung dieser (über)lebensnotwendigen Bedürfnisse aus, stirbt ein Baby.

Ein Neugeborenes ist zum Zeitpunkt seiner Geburt vollkommen schutzlos und auf Hilfe angewiesen. Dieses "Angewiesensein" auf Hilfe nimmt von Jahr zu Jahr ab und endet etwa mit dem siebenten Lebensjahr eines Kindes. Mit sieben Jahren ist ein Kind theoretisch fähig selbstständig zu überleben (Nahrung, Unterschlupf), wobei damit lediglich die Aufrechterhaltung des Lebens gemeint ist. Die Hilfsbedürftigkeit des Säuglings aüßert sich im Signalisieren der verschiedenen Bedürfnisse, das immer drängender wird (wimmern-weinen-brüllen) und der Erwartung (z.B. offener Mund, der die Brustwarze sucht und Saugbewegungen macht), dass die signalisierten Bedürfnisse erfüllt werden. Selbst bei Frühgeborenen ist dieses Signalisieren mehr oder weniger stark ausgeprägt - wobei es darauf ankommt, um wie viele Wochen das Baby zu früh zur Welt gekommen ist.

Ebenso wie Hungergefühl, Schläfrigkeit, Unwohlsein, Kälte oder Wärme wird auch das Ausscheidungsbedürfnis vom Baby durch verschiedene Zeichen/Signale angezeigt, die ihm die Möglichkeit bieten, uns seine Bedürfnisse mitzuteilen. Jedes Baby hat einen bestimmten "Signalschatz", der von Baby zu Baby unterschiedlich ist und auch verschieden angewendet wird. Um die Signale des Babys kennen zu lernen und deuten zu können, braucht es - bei Körperkontakt, tragen und viel Nähe - ein paar Tage bis wenige Wochen - je nachdem, um welches Signal es sich handelt. Da dieser individuelle "Signalschatz" sehr stark mit der jeweiligen Entwicklungsstufe im Zusammenhang steht, kann er sich im Laufe des ersten Lebensjahres sehr schnell (manches Mal scheinbar über Nacht) ändern, aber auch über einen längeren Zeitraum anhalten.

HINWEIS: Dieser Auszug ist dem Kapitel "Die ersten Wochen und Monate" aus dem Buch "Windelfrei? So geht's" von Lini Lindmayer entnommen und wurde für diese Website angepasst. Der Text unterliegt den Bestimmungen des Copyrights und darf ohne schriftliche Genehmigung des tologo verlages in keiner Weise vervielfältigt werden.

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