II. Grundsätzliches.
Wir müssen das Problem der Schule doch nun auch noch etwas eingehender vom systematischen Standpunkt aus betrachten. Gegen unsere grundsätzlich ablehnende Haltung liegt der Einwand nahe (und wird sicherlich gemacht werden): Mag es schon richtig sein, daß der Staat die Schule in seinem eigenen politischen Interesse geschaffen hat und verwaltet, — Tatsache ist und bleibt, daß durch sie der gesamten Bevölkerung ein erhebliches Maß wertvoller Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt wird, die sie im praktischen Leben braucht und nicht entbehren könnte. Darum kann man über Nebeninteressen, die der Staat für sich dabei verfolgt, hinwegsehen, sie in Kauf nehmen.
Wohlmeinende Ideologen vertreten immer noch die Auffassung, daß die Schule durchaus nicht als Ganzes schlecht sei, sondern es eben nur einer gründlichen Aenderung des Lehrplans bedürfe.
Wir müssen daher prüfen, ob die in der Schule den Kindern aufoktroyierten Geistesschätze wirklich ein so wertvoller Gewinn sind, daß sie durch eine individuelle Methode geistiger Ausbildung nicht ersetzt werden könnten. Ich will darum einen Rundblick auf die Hauptgebiete des Schulunterrichts werfen, um darzutun, wie auch sie durchaus den politischen Interessen der Staatsgewalt unterstehen.
