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Die Geographie.

Auch sie ist nur ein Gesinnungsfach. Hierüber nur drei Worte: Daß der Mensch eine ungefähre Anschauung bekomme, wie die Erdkugel aussieht und wie sie bewohnt ist, mag angehen. Aber darüber geht der geographische Schulunterricht weit hinaus und sein Kern ist doch die politische Geographie. Sie ist im Grunde nicht nur gleichgültig, sondern sogar irreführend. Denn die Gebiete der Staaten sind bekanntlich oft genug gar nicht identisch mit den Gebieten der betreffenden Rassen und Sprachen. Und das, was den Schülern da obligatorisch eingepaukt wird, sind in letzter Linie doch die Staatsgrenzen und die Staatsresidenzen. Was hat es aber vom Standpunkt der „Intelligenz“ aus für ein „Bildungs“interesse zu wissen, wo etwa nun Assuncion oder Tientsin gelegen ist und an welchem Flusse Lyon liegt? Wenn dort etwas „passiert“, so bringen ja die Zeitungen ohnehin darüber Mitteilung, meist mit besonderen Kärtchen dazu. Außerdem aber wird man eben — ganz so, wie wir es seinerzeit eventuell alle an Hand besonderer Kriegskarten gemacht haben, — Atlanten bei der Hand haben, aus denen man sich im Einzelfalle informiert und mit der Zeit von selbst ein gewisses Anschauungsbild erhält. Warum soll man auswendig lernen, welches die Hauptstadt von Beira ist und welcher der höchste Berg der Sierra Nevada?

Die Geographie dient in Wahrheit nur dem nationalpolitischen Zweck, der Jugend die Wichtigkeit der Staaten und Staatsgrenzen und die (an sich gar nicht natürlich gewachsene) Liebe zu „Deutschland, Deutschland über alles“ zu suggerieren und darum auch die Vorstellung zu erwecken, daß man von diesem geliebten Lande natürlich auch jede Einzelheit wissen müsse.

Die Schule

Ein Frevel an der Jugend


von: Walther Borgius

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Inhalt:

I. Geschichtliches
Ursprünglich freies Aufwachsen der Kinder.
Der Staat als Wurzel des Gehorsams.
Die Jünglingsweihen.
Anfänge des Schulwesens.
China.
Die Antike.
Die Kirche als Schulherrin.
Die spätmittelalterlichen „Stadtschulen“.
Die Reformation und die Schule.
Streben zur Vereinheitlichung des Volkes.
Staatliche Volksschulen.
Der „Bet-Ernst“.
Der Pietismus.
Die Schuldisziplin.
Die Toleranzidee.
Die Schulen des neueren Frankreichs.
Die Schule des neuen Preußen.
Die Schule als Staatsmonopol. — Die Lehrer als Staatsbeamte.
Das Prüfungs-Unwesen.
Das Berechtigungswesen.
Schule und Revolution von 1789.
Süverns Entwurf eines allgemeinen Schulgesetzes.
Die Reaktion.
Bismarck und der Liberalismus.
Die Schulfinanzen zwischen Zollmisere und Sozialistenangst.
Kampf Kaiser Wilhelms gegen die Sozialdemokratie.
Militärische Vorbereitung der Jugend.
Staatsbürgerliche Erziehung.
Die Fortbildungsschule.
Die Produktionsschule.
Das Ethos der Arbeit.
Die Staatsschule, der Fluch der Kindheit.
Das moderne Ausland.
Vereinigte Staaten von Nordamerika.
Australien.
Italien.
Rußland.
Kollektivunterricht und Individuum.

II. Grundsätzliches
Die Weltgeschichte.
Die Geographie.
Die deutsche Sprache.
Fremdsprachen.
Die Naturwissenschaften.
Die Mathematik.
Turnen.
Kunst.
Interesselose Kinder.
Die künftigen Formen des Aufwachsens der Kinder.
Das Spiel, die natürliche Funktion des Kindes.
Eingriffe der Schule ins Privatleben.
Die Sklaverei des Kindes.
Die Beseitigung der Schule.
Die Finanzierung der Neuordnung.

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