Anfänge des Schulwesens.
Kommen wir dann zu den höher entwickelten Halbkulturvölkern, so finden wir hier meist schon eine Einrichtung, die wir als „Schule“ bezeichnen können. Meist erstreckt sie sich freilich nicht etwa auf die Gesamtheit des Volkes — derartiges zu unterhalten wären ja Halbkulturvölker noch ganz außerstande — sondern nur auf die Söhne gewisser höherer Schichten; nicht etwa, weil man diesen das Privileg einer geistigen Förderung damit angedeihen lassen wollte, sondern weil die Söhne derselben, als die späteren Träger höherer Funktionen in Staat und Gesellschaft, besonders wichtig sind und demgemäß auch ihr etwaiges Versagen oder gar ihre etwaige Widerspenstigkeit besonders gefährlich sein würde.
So wurden bei den alten Mexikanern und Peruanern die Söhne der drei herrschenden Stände in den Priesterschulen unterrichtet, und zwar in den kriegerischen Fertigkeiten, Schrift und Gesetzeskunde, historischen und heroischen Hymnen, Redekunst und ähnlichen politisch wichtigen Fertigkeiten. „Fasten und erhöhte Anstrengungen waren die Mittel der sehr strengen Zucht, der sie unterworfen waren“ (Barth S. 85).
Bei den Indern erhielten die Söhne der beiden obersten Stände Ausbildung in kriegerischen Fähigkeiten bzw. religiösen Schriften (ebenda S. 88).
